Geologie
Wie alles begann
(von Joachim & Alfred Hauser)
Im Februar 1976 besuchten mein Vater Dr. Alfred Hauser, ein Sammlerkollege und ich erstmals den sich in Erschließung befindlichen Steinbruch der Baufirma Reichle nahe der Ortschaft Wallersheim/Loch in der Prümer Mulde. Beim oberflächlichen Absuchen einer kleinen Abraumhalde in unmittelbarer Nähe des Zufahrtswegs zum Steinbruch fanden wir einen gut erhaltenen Crinoidenkelch der Gattung Melocrinites.
Erste Funde und Schichtanalyse
Im Verlauf weiterer Sammeltätigkeit konnten wir zahlreiche Fossilien bergen:
- Crinoiden
- Brachiopoden
- Korallen
- Schnecken
- Cephalopoden
Darüber hinaus entdeckten wir gut erhaltene Reste von Echiniden und Panzerfischen.
Zunächst blieb die genaue Herkunft der Fossilien unklar. Eine genauere Untersuchung der Böschungen beiderseits des Zufahrtswegs zeigte jedoch, dass eine dünnbankige Graumergelschicht in etwa zwei Metern Höhe die Hauptfundlage für Crinoiden darstellt. Diese Schicht wurde von blauschwarzen Tonschiefer- und Dolomit-Kalk-Wechselfolgen unterlagert, in denen sich nach Regenperioden Sickerwasser anstaut.
Erweiterte Grabungen und wissenschaftliche Untersuchung
Nach Jahren ungestörten Sammelns und weiteren Fossilienfunden, darunter große Steinkerngehäuse von Goniatiten, erfolgte 1982 die erste Kontaktaufnahme mit dem Forschungsinstitut Senckenberg (Sektion Paläozoologie).
Bei einem gemeinsamen Termin mit den Experten Dr. Birenheide, Dr. Struve und Dr. Werner wurden unsere Funde begutachtet und der Fundort gemeinsam besichtigt.
Im Mai 1987 führte das Forschungsinstitut Senckenberg eine großflächige Sondierungsgrabung mit Baggerunterstützung durch. Dabei wurde sowohl auf der Süd- als auch auf der Nordseite des Zufahrtswegs das Profil aufgenommen und beprobt. Die dabei gefundenen Makrofossilien wurden mittels eines Schnur-Rasters exakt lokalisiert und dokumentiert.
Ergebnisse der Grabung:
- Struve (1988): Erste kurze Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (S. 348–349).
- Werner (1988): Detaillierte Beschreibung der Makrofossilien (S. 350–351).
- Ziegler (1990): Analyse der Conodonten-Abfolge.
- Birenheide (1991): Untersuchung der Korallen-Fauna (S. 40–42).
Weitere Untersuchungen
1997 erfolgte unter der Leitung von Prof. Dr. Paul Sartenaer (Brüssel) eine erneute Aufnahme der südlichen Böschung des Zufahrtswegs.
In einer Veröffentlichung von Grunt & Racki (1998: S. 369) wurden Pachyplax-ähnliche Brachiopoden aus dem Steinbruch Reichle beschrieben und mit Funden aus dem Frasnium des Heilig-Kreuz-Gebirges in Polen verglichen. Dies führte zur Aufstellung eines neuen Genus: Pachyplaxoides mit der Typusart P. postgyralea.
Aktuelle Funde
In jüngerer Zeit wurde beim fortschreitenden Abbau im Steinbruch Thelen an der südwestlichen Abbauwand ein begrenzter fossilführender Schichtfetzen aufgeschlossen. Trotz des geringen flächenmäßigen Umfangs konnten eine Reihe interessanter Fossilien, darunter bisher nicht nachgewiesene Crinoiden, geborgen werden.
Die Gebrüder Hein führten zwischen 1997 und 1999 intensive Grabungen im Hangenden der Südseite der Einfahrtsböschung durch. Diese Suche brachte nur wenige, aber dafür außergewöhnlich gut erhaltene Crinoiden hervor.
Zur geplanten Publikation
Leider blieb die Hoffnung unerfüllt, eine umfassende Veröffentlichung zu allen Fossilgruppen in Wallersheim/Loch zu erstellen. Interessierte Leser müssen sich die jeweiligen Beiträge über einschlägige Bezugsquellen selbst beschaffen.
Bezugsquelle:
Goldschneck-Verlag
Werner Karl Weidert
Burghaldenstr. 57
D-71384 Weinstadt
- Telefon: 07151 / 660119
- Fax: 07151 / 660778
- E-Mail: goldschneck@t-online.de
Preis: EUR 44,-- zzgl. Umsatzsteuer und Versand
Soll ich das noch weiter kürzen oder den Text um zusätzliche Details gliedern?
