Historie

Wallersheim in der Eifel

Lage und Geografie

Wallersheim liegt etwa sieben Kilometer östlich von Prüm in der Prümer Kalkmulde. Die Gemeinde gehört zur Verbandsgemeinde Prüm im Landkreis Bitburg-Prüm. Der Ort hat rund 800 Einwohner und erstreckt sich als Straßendorf auf einer durchschnittlichen Höhe von 550 m. Die Gemarkungsfläche umfasst 1.451 Hektar, davon etwa 40 % Wald. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Wolfswasen, Gellberg, Schank, Wickenseifen, Hundsberg und Weißenseifen.

Wallersheim liegt im Naturpark Nordeifel. Große Teile der Gemarkung stehen unter Naturschutz, da hier zahlreiche Wasserquellen durch Wasserschutzgebiete geschützt sind. Der kalkreiche Boden ist Heimat seltener Pflanzenarten wie dem fünfblättrigen Wilden Enzian, der Küchenschelle, dem Seidelbast und der Walddistel.

Verkehrsanbindung

Wallersheim wird von zwei Landesstraßen durchquert:

  • Die L10 verbindet Hersdorf mit Büdesheim und führt weiter zur B410.
  • Die L30 führt von Birresborn-Kopp über Fleringen zur B410 Richtung Prüm.

Geschichte

Herkunft des Ortsnamens

Der Ortsname „Wallersheim“ leitet sich vom Personennamen „Walamar“ ab und bedeutet „Heimstatt des Walamar“. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 777 in der „Carta Gisleberti“, einer Schenkungsurkunde an die Abtei Prüm.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Wallersheim zur Abtei Prüm. Nach der Übernahme durch Preußen 1815 wurde Wallersheim zur eigenständigen Bürgermeisterei und später Teil des Amtsbezirks Prüm-Land.

Die Pfarrkirche St. Nikolaus

Die alte Pfarrkirche St. Nikolaus wurde 1836 wegen Baufälligkeit abgerissen. Der Neubau der heutigen Kirche begann 1850. Während des Zweiten Weltkriegs wurden zwei der drei Glocken konfisziert und die dritte stark beschädigt. 1950 erhielt die Kirche ein neues Geläut aus drei Bronzeglocken.

Weiter Quellen zur Geschichte bzw. zu vorgeschichtlichem finden Sie unter wingarten.de.  Sowie auf den Seiten des Prümer Land.

Bildung und Kinderbetreuung

Wallersheim verfügt über eine Grundschule mit vier Klassen, die auch von Kindern aus den Nachbargemeinden Fleringen und Büdesheim besucht wird. Zusammen mit der Gemeinde Fleringen betreibt Wallersheim einen Zweckverband für die Kindertagesstätte.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt, entwickelt sich aber zunehmend zur Wohngemeinde. Neben holzverarbeitenden Betrieben wie Sägewerken, Schreinereien und Blockhausbauern gibt es zahlreiche Arbeitsplätze in den nahegelegenen Industriegebieten von Weinsheim und Prüm. Hier sind Firmen wie König, Tesla (ehemals Grohmann), Stihl, Streif und die Westeifelwerke ansässig.

Vereinsleben und Brauchtum

Wallersheim zeichnet sich durch ein lebendiges Vereinsleben aus:

  • Freiwillige Feuerwehr
  • Musikverein, der viele jugendliche Mitglieder hat
  • SSV Wallersheim (Spiel- und Sportverein) und die Freizeitkicker
  • Karnevalsverein „Wallischemer Kieselkläpper“, der Kappensitzungen und einen Rosenmontagszug organisiert

Weitere Vereine und Gruppen:

  • Frauengemeinschaften und Gymnastikgruppen
  • Kirchenchor und Singkreis
  • Seniorengruppen und Seniorentanzgruppe
  • Landfrauenverband

Ein besonderes Highlight ist der Verein „Lebendiges Wallersheim“ e.V., der 2014 gegründet wurde und sich für die Förderung des Gemeinschaftslebens einsetzt.

Kulturelles Erbe und Passionsspiele

Wallersheim blickt auf eine lange Geschichte zurück, die auch heute noch in vielen Bräuchen und Traditionen lebendig ist. Besonders hervorzuheben sind die Passionsspiele, die seit 1987 regelmäßig in der Pfarrkirche aufgeführt werden. Sie ziehen Tausende Besucher an und verbinden die Gemeinden Wallersheim, Fleringen, Büdesheim, Hersdorf und Oos.

Sehenswürdigkeiten

Frühgeschichtliche Zeugnisse

Ein beeindruckendes Relikt der Vergangenheit ist der „Langstein“, ein Menhir, dessen ursprüngliche Bedeutung bis heute ungeklärt ist. Archäologische Funde belegen, dass der Stein in fränkischer Zeit von Friedhöfen umgeben war.

Ganz in der Nähe der Kirche steht ein 2,70 m hohes Schaftkreuz, das mit Darstellungen der Marterwerkzeuge Christi verziert ist – eine Besonderheit, die in der Eifel selten zu finden ist.

Weißenseifen – Die Künstlersiedlung

Der Ortsteil Weißenseifen nimmt eine Sonderstellung ein. Ab den 1950er Jahren entwickelte sich hier eine Künstlersiedlung, geprägt durch den Maler und Bildhauer Albrecht Klauer-Simonis. Ein Förderkreis veranstaltet seit 1975 regelmäßig ein Symposion für Kunstinteressierte.

Natur und Freizeit

Wallersheim bietet vielfältige Möglichkeiten zur Erholung in der Natur. Wanderungen führen vorbei an bizarren Dolomit-Felsen und idyllischen Waldbächen. Der Waldreichtum ist eine besondere Stärke der Gemeinde und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Weitere Informationen

Detaillierte Informationen und historische Bilder finden Sie auf den folgenden Webseiten: